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Gehäuselager

Gehäuselager fassen ein Wälzlager und sein Gehäuse zu einer geschlossenen Einheit zusammen, die sich ohne weitere Bearbeitung direkt an die Maschine schrauben lässt. Sie tragen radiale und begrenzt axiale Lasten, wobei der ballige Außenring kleinere Wellenschiefstellungen selbsttätig ausgleicht. Diese Kategorie bündelt Steh- und Flanschlager-Einheiten für Antriebe, Förderanlagen und den allgemeinen Maschinenbau.

Stehlager-Gehäuseeinheit (UCP) aus Grauguss – einbaufertiges Gehäuselager mit Spannlager

Einbaufertig

Lager, Gehäuse und Dichtung als montierte Einheit – nur noch anschrauben.

Selbstausrichtend

Balliger Außenring gleicht kleine Wellenschiefstellungen selbsttätig aus.

Auch in Edelstahl

Grauguss für den Standard, Edelstahl für Nässe und Hygienebereiche.

Ab Lager

Gängige UCP/UCF-Baugrößen sofort über den Webshop bestellbar.

Was Gehäuselager sind

Eine Gehäuselagereinheit kombiniert ein Einsatzlager – in der Regel ein Spannlager (Y-Lager) – mit einem darauf abgestimmten Gehäuse zu einem montagefertigen Bauteil. Der ballige Außenring des Einsatzlagers richtet sich im Gehäusesitz aus und nimmt dabei Fluchtfehler und Montagetoleranzen auf.

Auf der Welle wird das Lager meist über einen Exzenter-Spannring, Gewindestifte oder eine Spannhülse befestigt; eine spanend bearbeitete Lagersitzfläche entfällt. Ab Werk sind die Einheiten gefettet und abgedichtet, viele tragen für die Nachschmierung einen Schmiernippel. Ihr Vorteil liegt darin, dass Lager, Gehäuse und Dichtung nicht mehr einzeln ausgelegt werden müssen.

Bauformen und Werkstoffe

Wir führen die beiden gebräuchlichsten Gehäuseformen. Welche passt, hängt von Einbaurichtung und Bauraum ab; der Werkstoff richtet sich nach den Umgebungsbedingungen.

Standardgehäuse aus Grauguss decken den überwiegenden Teil industrieller Lagerstellen ab. Bei Nässe, Korrosion oder hohen Hygieneanforderungen stehen Ausführungen aus Edelstahl bereit.

  • Stehlager-Gehäuseeinheiten (UCP, UCPA): liegend mit der Grundplatte verschraubt, Welle parallel zur Aufstellfläche, mit zwei seitlichen Befestigungsbohrungen
  • Flanschlager-Gehäuseeinheiten (UCF, UCFL, UCFC): stirnseitig an Wand oder Gestell montiert, sodass die Welle die Montagefläche durchstößt – als Vierkant-, Oval- oder Rundflansch
  • Gehäusewerkstoff: Grauguss für den Standardeinsatz, Edelstahl für korrosions- und reinigungskritische Umgebungen

Typische Einsatzgebiete

Gehäuselager finden sich dort, wo Wellen schnell und wartungsarm gelagert werden sollen. Stehlager sind dabei die häufigste Wahl, Flanschlager erleichtern die seitliche Anbindung an Gehäusewände.

  • Förder- und Antriebstechnik: Trag-, Umlenk- und Antriebsrollen von Bandförderern und Becherwerken
  • Land- und Agrartechnik: robuste, schmutztolerante Lagerstellen an Erntemaschinen und Förderschnecken
  • Lüftungs- und Klimatechnik: Lagerung von Ventilator- und Gebläsewellen
  • Lebensmittel- und Verpackungstechnik: korrosionsbeständige Edelstahleinheiten bei Nässe oder hohen Hygieneanforderungen

Auswahl und Beratung

Für die passende Einheit klären Sie zunächst die Einbaurichtung (Steh- oder Flanschlager) und den Wellendurchmesser. Die Typbezeichnung gibt die Bohrung direkt wieder: Bei UCP 205 ergeben die beiden Endziffern 05, mit fünf multipliziert, einen Bohrungsdurchmesser von 25 mm.

Darüber hinaus bestimmen Befestigungsart, Gehäusewerkstoff und Betriebsbedingungen wie Drehzahl, Temperatur und Schmutzbelastung die geeignete Ausführung. Bei der Auslegung unterstützt Sie unser technisches Team. Bauformen vergleichen und bestellen können Sie im Onlineshop antriebstechnik.shop.

Bauformen & Unterkategorien

Direkt zur passenden Kategorie im Webshop – dort finden Sie Abmessungen, Varianten und Verfügbarkeit:

Häufige Fragen

Was ist ein Gehäuselager?

Ein Gehäuselager fasst Wälzlager und Gehäuse zu einem fertig montierten Bauteil zusammen, das man nur noch anschraubt. Den Lagerkern bildet ein Spannlager (Y-Lager) mit balliger Außenfläche, die kleine Wellenversätze selbst ausrichtet – eine spanend bearbeitete Lagersitzfläche braucht es dafür nicht.

Wo liegt der Unterschied zwischen Stehlager und Flanschlager?

Ein Stehlager sitzt mit seiner Grundfläche flach auf einer Unterlage und wird seitlich verschraubt – die Welle verläuft parallel dazu. Ein Flanschlager dagegen wird über seinen Flansch stirnseitig an eine Wand oder ein Gestell gesetzt, sodass die Welle die Montagefläche durchstößt. Ausschlaggebend ist also, ob die Lagerstelle stehend oder hängend bzw. seitlich angebunden wird.

Was sagt eine Bezeichnung wie UCP 205 aus?

Der Code beschreibt Lagertyp, Gehäuse und Größe: UC benennt das Einsatzlager, P die stehende Pillow-Block-Bauform. Die Zahl 205 verschlüsselt die Wellenbohrung – die beiden Endziffern, hier 05, mit fünf multipliziert ergeben den Bohrungsdurchmesser in Millimetern, also 25 mm. Bei Flanschtypen steht F für den Vierkant- und FL für den Ovalflansch.

Wann sind Edelstahl-Gehäuselager sinnvoll?

Sobald Nässe, aggressive Medien oder regelmäßige Nassreinigung ins Spiel kommen – typischerweise in Lebensmittel-, Getränke-, Pharma- oder Chemiebetrieben – spielt Edelstahl seine Stärken aus: Er rostet nicht und lässt sich rückstandsfrei säubern. Wo es trocken und sauber zugeht, genügt dagegen ein Graugussgehäuse.

Lässt sich das Einsatzlager separat tauschen?

In den meisten Fällen ja: Das verschlissene Einsatzlager kann als Spannlager (Y-Lager) einzeln ersetzt werden, ohne das Gehäuse zu erneuern. Wichtig ist, Baugröße und Befestigungsart identisch zu wählen.

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